DIE TÜRKEI

Ara Güler - “Das Auge von Istanbul”

Geschrieben von admin am 15. Juli 2008

Ara Güler ist einer der weltbesten Fotografen und eine lebende Legende.

Geboren wurde Güler am 16. August 1928 als Sohn armenischer Einwanderer in Istanbul im Stadtviertel Beyoglu. Nach seiner Schulzeit probierte sich Güler in verschiedenen Sparten aus. Er arbeitete in diversen Bereichen bei Filmproduktionen und belegte Theaterkurse um sich zum Theaterregisseur und Autor ausbilden zu lassen. Anschließend studierte er Volkswirtschaft.

1950 begann er dann als Autodidakt seine Karriere als Fotojournalist bei der Zeitung “Yeni Istanbul”.

Seine Einstellung zur Fotografie: Um die Funktionsweise einer Fotokamera zu verstehen muß man nicht zur Schule gehen, sowas kann man in kurzer Zeit lernen. Worauf es ankommt ist die Ästhetik, die Kultur. Dafür muß man ein Gespür entwickeln.

Nach “Yeni Istanbul” wechselte Ara Güler zur Zeitschrift Hayat, wo er die Fotoredaktion leitete. Von dort führte es ihn sehr schnell in die Internationale Pressewelt. Er arbeitete unter anderem für Magazine wie “Time-Live” und den “Stern”.

Durch ein Zusammentreffen mit H. Cartier Bresson steigt Güler 1956 in die Liga der “Magnum” Fotografen auf. Er ist in der ganzen Welt unterwegs, im Nahen Osten, Amerika, Asien etc. - doch sein Herz gehört immer Istanbul und den dort lebenden Menschen.

Durch seine großartigen Fotografien bekommt er weltweite Anerkennung und wird mehrfach Preisgekrönt. Neben vielen internationalen Auszeichnungen erhält Güler 1999 den Titel “Fotograf des Jahrhunderts” von seinem Land, der Türkei.

Heute lebt der Fotograf in Istanbul in seinem Geburtsvirtel dem Szeneviertel Beyoglu. Wer dem Meister persönlich begegnen möchte, der sollte sein Glück im Cafe “Ara” versuchen. Fast täglich trinkt er dort seinen Kaffee. Auch andere Größen der Kunstszene und solche die es werden wollen geben sich dort ein Stelldichein.

Gülers Lebenswerk wird momentan digitalisiert, damit seine Bilder auch der Nachwelt erhalten bleiben. Seine besondere Leidenschaft galt immer den Menschen. Für ihn ist ein Porträt nicht einfach nur das Bild von einem Gesicht, es ist die Gesamtheit eines Lebens. Er fotografierte Prominente Personen aus Kunst und Politik wie z.B Churchhill, Dali, Maria Callas, Ghandi, Picasso u.v.a., aber seine wahre Berufung galt immer den einfachen Menschen und ihren Lebensumständen.


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