DIE TÜRKEI

Der große Basar in Istanbul

Geschrieben von admin am 29. September 2008

Der Kapalý Çarþý, (überdachter Markt ) der große Basar, erstreckt sich über mehrere tausend Quadratmeter im alten Teil Istanbuls. In den labyrinthartigen Gassen, die von oben betrachtet wie ein großes symmetrisches Gitter wirken und von den breiteren Hauptstraßen durchzogen werden, drängen sich unzählige kleine Geschäfte und Verkaufsstände dicht aneinander.

Neben allen Arten von Lederwaren, antiken oder maschinell gefertigten Orientteppichen, Kunsthandwerkzeug aus Holz und farbenprächtigen Stoffen und Bekleidung, findet man Wasserpfeifen, osmanische Dolche, aus Kupfer oder Messing gefertigte Kannen, Keramikteller und -becher und natürlich Schmuck aus Gold und Silber. Auch die Menschen, die sich durch die engen Gässchen zwängen, mischen sich zu einem bunten Gewirr, welches die Vielfalt der Türkei widerspiegelt.

Hier sieht man Menschen aus allen Regionen des Landes, einige in traditioneller Tracht, die Frauen mit Kopftuch aber auch moderne elegant gekleidete Damen mit Stöckelschuhen und Handtasche, sowie junge selbstbewusste Mädchen, die ihr Haar offen tragen, bestimmen das Bild. Da die Männer des Mittelstandes mit gepflegten Anzug und Krawatte, dort die “Hammmals”, die Lastenträger in ihren abgewetzten und löchrigen Hosen und Hemden, die sich mit durchgelaufenen Sohlen ihren Weg durch das Gedränge bahnen. Auf dem Kopf tragen sie voluminöse Bündel oder andere schwere Lasten, die sie mit gekrümmten Rücken zu ihrem Bestimmungsort balancieren.

Nach wie vor sind die “Hammals” die beste und schnellste Möglichkeit Ware innerhalb des Basars zu transportieren, da die Autos oder andere Wagen in der Enge und Betriebsamkeit kaum voran kämen.

Und schließlich sind hier noch zahlreiche Touristen zu sehen, die leicht erkennbar sind an Sonnenbrille und Strohhut und bepackt mit Foto - oder Videokamera nur langsam vorwärts kommen. Neben den zahlreichen Fotomotiven, sind allerdings eher die Händler dafür die Ursache, die mit Versprechungen gute Qualität zum sehr günstigen Preis anbieten können, die ausländische Besucher in ihre Läden locken. Deutsch wird hier übrigens von sehr vielen Ladenbesitzer gesprochen und sie erkennen zielsicher, ob ihr Gegenüber ein Deutscher oder doch eher ein Amerikaner ist. Das erworbene Mitbringsel entpuppt sich in der Regel als völlig überteuert, auch wenn der Preis weit runtergehandelt wurde. Urlaubserinnerungen sollte man also besser außerhalb der Basarmauern erwerben.

Man kann leicht mehrere Stunden auf den ” Kapalý Çarþý ” verbringen. Zum Glück laden Restaurants und Teestuben zu einer Erholungspause ein. Unter den Gemälden von Mehmet dem Eroberer oder Atatürk, kann man in Ruhe einen Tee schlürfen oder von einer türkischen Spezialität naschen. Während der Hauptgebetszeiten wird es etwas ruhiger in dieser quirligen Welt. Dann ziehen sich die meist muslimischen Basarhändler in die nahe gelegenen Moscheen und in die eher versteckt liegenden Gebetsräume zurück, um sich für etwa eine halbe Stunde ihren religiösen Pflichten zu widmen. Bevor man nun den großen Basar endgültig verlässt, sollte man sich noch über den an den Außenmauern befindlichen Bit-Basar, dem “Läuse” -Markt schlendern. Dies ist ein Paradies für Bastler und Sammler. Hier werden neben einzelnen Brettern, Schrauben und Nägeln, auch alte Werkzeuge und ältere Möbelstücke angeboten und jede Menge anderer Trödelwaren.


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